Wärmepumpe: Verbrauch, Kosten und Effizienzklasse im Altbau
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe im Jahr? Ist sie 2026 günstiger als Gas, Öl oder Pellets? Und funktioniert sie auch in einem älteren Ein- oder Zweifamilienhaus ohne komplette Wärmedämmung? Dieser Ratgeber vergleicht Verbrauch, laufende Kosten, Investitionen und die mögliche Verbesserung im Energieausweis.
Stand: 30. August 2026 · Alle Preisangaben sind Brutto-Orientierungswerte und können regional abweichen.
- Für 20.000 kWh Nutzwärme benötigt eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,4 rund 5.900 kWh Strom.
- Beim durchschnittlichen Haushaltsstrompreis 2026 von 37,0 ct/kWh sind das rund 2.176 Euro Stromkosten. Mit einem beispielhaften Wärmepumpentarif von 30 ct/kWh sinken sie auf etwa 1.765 Euro.
- Eine vollständige Fassadendämmung ist keine zwingende Voraussetzung. Als wichtige Faustregel sollte das Haus möglichst auch an kalten Tagen mit einer Vorlauftemperatur von höchstens etwa 55 °C warm werden.
- Im Verbrauchsausweis kann ein Wechsel von Gas oder Öl zur Wärmepumpe den Endenergiekennwert rechnerisch stark verbessern: beispielsweise von Klasse F auf A oder B. Eine Garantie ist das nicht.
- Für einen neuen Verbrauchsausweis werden reale Verbrauchsdaten über 36 zusammenhängende Monate benötigt. Unmittelbar nach dem Heizungstausch lässt sich die neue Klasse daher noch nicht allein aus einem Betriebsjahr ableiten.
1. Wie hoch ist der Verbrauch einer Wärmepumpe im Jahr?
Der Stromverbrauch hängt nicht allein von der Wohnfläche ab. Entscheidend sind der Wärmebedarf des Gebäudes, die gewünschte Raumtemperatur, die Warmwasserbereitung, die Vorlauftemperatur und die tatsächliche Effizienz der Anlage. Diese Effizienz wird mit der Jahresarbeitszahl (JAZ) beschrieben.
Eine JAZ von 3,4 bedeutet: Aus einer Kilowattstunde Strom entstehen im Jahresmittel 3,4 Kilowattstunden Wärme. Das Fraunhofer ISE hat in einem Feldtest mit 77 Anlagen in Ein- bis Dreifamilienhäusern bei Luft/Wasser-Wärmepumpen im Mittel eine JAZ von 3,4 und bei erdgekoppelten Anlagen 4,3 ermittelt. Die gemessene Bandbreite war groß; deshalb sollte nie nur mit dem Prospektwert gerechnet werden.
| Jährlicher Wärmebedarf | JAZ 2,6 | JAZ 3,0 | JAZ 3,4 | JAZ 4,3 |
|---|---|---|---|---|
| 10.000 kWh Wärme | 3.846 kWh Strom | 3.333 kWh | 2.941 kWh | 2.326 kWh |
| 15.000 kWh Wärme | 5.769 kWh Strom | 5.000 kWh | 4.412 kWh | 3.488 kWh |
| 20.000 kWh Wärme | 7.692 kWh Strom | 6.667 kWh | 5.882 kWh | 4.651 kWh |
| 30.000 kWh Wärme | 11.538 kWh Strom | 10.000 kWh | 8.824 kWh | 6.977 kWh |
Für eine grobe Ersteinschätzung kann der bisherige Gasverbrauch durch die erwartete JAZ geteilt werden. Bei Heizöl werden die Liter zuvor ungefähr mit zehn multipliziert. Etwas genauer ist es, die Verluste des alten Kessels zu berücksichtigen:
Diese Rechnung ersetzt keine Heizlastberechnung. Besonders bei sehr alten Kesseln, hohem Warmwasseranteil oder Teilbeheizung kann der tatsächliche Wärmebedarf deutlich abweichen.
2. Wärmepumpe im Vergleich zu Gas, Öl, Pellets und Direktstrom
Liter Heizöl, Kilowattstunden Gas und Kilowattstunden Strom lassen sich nicht direkt nebeneinanderstellen. Für einen fairen Vergleich muss jede Heizung dieselbe Nutzwärme in die Räume liefern. Die folgende Modellrechnung geht von 20.000 kWh nutzbarer Wärme pro Jahr aus.
| Heizsystem | Annahme | Energiebezug für 20.000 kWh Nutzwärme | Preisannahme 30.08.2026 | Reine Energiekosten/Jahr |
|---|---|---|---|---|
| Luft/Wasser-Wärmepumpe | JAZ 3,4 | ca. 5.882 kWh Strom | 30–37 ct/kWh | ca. 1.765–2.176 € |
| Gas-Brennwertheizung | 90 % Jahresnutzungsgrad | ca. 22.222 kWh Gas | 11,93 ct/kWh | ca. 2.651 € |
| Ölheizung | 90 %; ca. 10 kWh/Liter | ca. 2.222 Liter Heizöl | ca. 1,34 €/Liter | ca. 2.978 € |
| Pelletheizung | 90 %; ca. 4,8 kWh/kg | ca. 4,63 Tonnen Pellets | 427,72 €/Tonne | ca. 1.980 € |
| Elektro-Direktheizung | nahezu 100 % | ca. 20.000 kWh Strom | 37,0 ct/kWh | ca. 7.400 € |
| Fernwärme | Übergabestation | ca. 20.000 kWh Wärme | stark anbieterabhängig | nur mit lokalem Preisblatt seriös |
Rechenannahmen: BDEW-Durchschnittspreise 2026 für Haushaltsstrom und Erdgas; Heizöl-Tagespreis rund 1,34 €/Liter; DEPI-Pelletpreis August 2026. Nicht enthalten sind Grundpreise, Wartung, Schornsteinfeger, Finanzierung, Investition und mögliche PV-Eigenversorgung. Preise können sich kurzfristig ändern.
3. Wie hoch sind die Kosten einer Wärmepumpe?
Laufende Kosten
Die größte laufende Position ist der Strom. Hinzu kommen Wartung und gegebenenfalls der Grundpreis für einen zweiten Zähler. Die Verbraucherzentralen nennen für die regelmäßige Wartung einer Wärmepumpe etwa 150 bis 300 Euro pro Jahr, zuzüglich möglicher Fahrt- und Zusatzkosten. Bei einer reinen Wärmepumpenheizung entfallen die klassischen Schornsteinfegerarbeiten am Öl- oder Gaskessel.
| Wärmepumpenstrom pro Jahr | bei 30 ct/kWh | bei 33 ct/kWh | bei 37 ct/kWh |
|---|---|---|---|
| 3.000 kWh | 900 € | 990 € | 1.110 € |
| 5.000 kWh | 1.500 € | 1.650 € | 1.850 € |
| 7.500 kWh | 2.250 € | 2.475 € | 2.775 € |
| 10.000 kWh | 3.000 € | 3.300 € | 3.700 € |
| 15.000 kWh | 4.500 € | 4.950 € | 5.550 € |
Anschaffung und Einbau
Für eine Luft/Wasser-Wärmepumpe im Einfamilienhaus ist vor Förderung häufig eine Größenordnung von 25.000 bis 40.000 Euro realistisch. Bei hoher Heizlast, aufwendiger Hydraulik oder einem Zweifamilienhaus können 30.000 bis 50.000 Euro erreicht oder überschritten werden. Erdsonden, umfangreiche Elektroarbeiten oder eine neue Wärmeverteilung erhöhen die Summe.
Die große Spannweite ist kein theoretisches Problem: In veröffentlichten Praxisbeispielen des Umweltbundesamts lagen Luft/Wasser-Wärmepumpen einschließlich Einbau unter anderem bei rund 27.200, 29.500, 33.000 und 41.000 Euro. Solche Einzelprojekte sind keine Preisliste, zeigen aber, warum mehrere vergleichbare Angebote wichtig sind.
Die KfW nennt für die seit 21. Juli 2026 geltende Heizungsförderung für Privatpersonen je nach Voraussetzungen Zuschüsse von 30 bis 80 Prozent der förderfähigen Kosten. Der individuelle Förderbetrag hängt unter anderem von Nutzung, Einkommen, Bonusvoraussetzungen und den jeweiligen Höchstbeträgen ab. Planen Sie nicht pauschal mit dem Maximalwert und stellen Sie den Antrag nach den KfW-Regeln vor Beginn der Maßnahme.
4. Wie hoch ist der Strompreis für Wärmepumpen – und gibt es Vergünstigungen?
Nach der BDEW-Strompreisanalyse lag der durchschnittliche Haushaltsstrompreis 2026 bisher bei 37,0 Cent je Kilowattstunde. Ein bundesweit einheitlicher Wärmepumpenstrompreis existiert nicht. Sondertarife hängen von Netzgebiet, Lieferant, Messkonzept und Verbrauch ab.
Die wichtigsten Entlastungsmöglichkeiten
- Wärmepumpentarif des Stromlieferanten: Bei getrennter Messung kann der Arbeitspreis günstiger sein. Dem stehen ein zweiter Zähler und ein weiterer Grundpreis gegenüber.
- § 14a EnWG, Modul 1: pauschale Reduzierung des Netzentgelts. Die Bundesnetzagentur nennt abhängig vom Netzgebiet eine Größenordnung von etwa 110 bis 190 Euro pro Jahr nach dem veröffentlichten Berechnungsmodell.
- § 14a EnWG, Modul 2: Der Netzentgelt-Arbeitspreis wird auf 40 Prozent reduziert – also um 60 Prozent. Das betrifft nicht den gesamten Strompreis. Ein separater Zähler ist erforderlich.
- Modul 3: zeitvariable Netzentgelte können mit Modul 1 kombiniert werden. Ob sich das bei einer Wärmepumpe lohnt, hängt von Steuerung, Speicherfähigkeit und Tarif ab.
- Photovoltaik: Selbst erzeugter Strom kann einen Teil des Wärmepumpenverbrauchs decken. Im Winter ist der Bedarf jedoch am höchsten und der Solarertrag meist geringer; eine vollständige Versorgung nur durch PV ist deshalb selten.
Neue Wärmepumpen mit einer elektrischen Anschlussleistung von mehr als 4,2 kW fallen grundsätzlich unter die Regelungen für steuerbare Verbrauchseinrichtungen. Der Netzbetreiber darf in einer konkreten Netzüberlastung den Bezug zeitweise dimmen, muss aber eine Mindestleistung bereitstellen. Der normale Haushaltsstrom ist davon nicht betroffen.
5. Kann eine Wärmepumpe ohne Wärmedämmung in ein altes Haus eingebaut werden?
Ja, grundsätzlich schon. Das Baujahr allein entscheidet nicht. Das Fraunhofer ISE fand in seinem Feldtest keinen Zusammenhang zwischen Gebäudealter und erreichter JAZ. Die Forschenden betonen zugleich, dass Planung, Installation und Einstellung optimiert sein müssen. Auch ausreichend große Heizkörper konnten im Mittel mit ähnlich niedrigen Temperaturen wie Flächenheizungen betrieben werden.
Der 55-Grad-Test als erste Orientierung
Die Verbraucherzentralen nennen als Faustregel: Das Gebäude sollte möglichst ganzjährig mit einer Vorlauftemperatur unter 55 °C auskommen. Ein einfacher Wintertest liefert einen ersten Hinweis:
- An einem kalten Tag die Heizkurve so einstellen, dass maximal etwa 50 bis 55 °C Vorlauf erreicht werden.
- Thermostatventile in den maßgeblichen Räumen vollständig öffnen.
- Prüfen, ob alle Räume über mehrere Stunden die gewünschte Temperatur erreichen.
- Bleiben einzelne Räume zu kalt, zuerst Heizkörpergröße, Durchfluss und hydraulischen Abgleich prüfen – nicht automatisch das ganze Haus dämmen.
Der Test ersetzt weder eine raumweise Heizlastberechnung nach anerkannten Regeln noch die Prüfung der Heizflächen. Er zeigt aber, ob ein Niedertemperaturbetrieb grundsätzlich erreichbar sein könnte.
Wann Dämmung oder neue Heizkörper sinnvoll werden
Eine Dämmung ist besonders sinnvoll, wenn der Wärmebedarf so hoch ist, dass selbst große Heizkörper hohe Temperaturen benötigen, die Wärmepumpe überdimensioniert werden müsste oder einzelne Bauteile ohnehin saniert werden. Häufig reichen gezielte Maßnahmen: Kellerdecke oder oberste Geschossdecke dämmen, undichte Fenster verbessern, einzelne zu kleine Heizkörper ersetzen und die Anlage hydraulisch abgleichen.
6. Welche Zusatzkosten können durch Heizkörper, Elektrik und Dämmung entstehen?
Nicht jede Maßnahme ist in jedem Gebäude erforderlich. Die folgenden Werte dienen nur als Budgetrahmen. Bei denkmalgeschützten Gebäuden, Schadstoffen, Feuchtigkeit, komplizierten Anschlüssen oder regional hoher Auslastung können die Kosten deutlich höher liegen.
| Mögliche Maßnahme | Grobe Orientierung | Wann typischerweise relevant? |
|---|---|---|
| Heizlastberechnung und Heizkörperprüfung | ca. 500–1.500 € | Vor jeder belastbaren Dimensionierung empfehlenswert |
| Hydraulischer Abgleich | ca. 700–1.500 € | Für niedrige Vorlauftemperaturen und gleichmäßige Wärmeverteilung |
| Einzelne Heizkörper vergrößern/tauschen | ca. 500–1.500 € je Heizkörper; mehrere häufig 2.000–10.000 € | Wenn einzelne Räume beim 55-Grad-Test nicht warm werden |
| Elektroanschluss, Steuerung, Zählerplatz | ca. 1.500–5.000 € | Bei altem Zählerschrank, separater Messung oder neuer Steuerung |
| Öltank demontieren und entsorgen | ca. 400–2.500 € plus Restöl/Schwierigkeiten | Beim Ersatz einer Ölheizung |
| Kellerdecke dämmen | ca. 60–100 €/m² inklusive Arbeit | Relativ einfache Maßnahme bei unbeheiztem Keller |
| Oberste Geschossdecke dämmen | ca. 45–80 €/m² Material; Facharbeit zusätzlich | Bei unbeheiztem Dachraum häufig wirtschaftlich |
| Innendämmung der Außenwand | ca. 100–200 €/m² Wandfläche | Wenn Außendämmung nicht möglich ist; fachkundige Planung nötig |
| Aufsparren- oder Flachdachdämmung | ca. 240–380 €/m² | Vor allem in Verbindung mit ohnehin nötiger Dachsanierung |
| Fassadendämmung bei ohnehin nötiger Fassadensanierung | zusätzlicher Effizienzanteil im VZ-Beispiel ca. 90–100 €/m² | Besonders sinnvoll, wenn Gerüst und Putzarbeiten ohnehin anfallen |
Vor einer größeren Sanierung kann ein individueller Sanierungsfahrplan helfen, Maßnahmen zeitlich richtig zu ordnen. Wer zuerst dämmt und danach die Heizung dimensioniert, vermeidet eine zu große Wärmepumpe. Informationen zu geförderten Einzelmaßnahmen finden Sie beim BAFA.
7. Welche Energieeffizienzklasse erreicht ein Haus nach dem Einbau einer Wärmepumpe?
Die Klassen A+ bis H im Energieausweis richten sich nach dem Endenergiekennwert in Kilowattstunden je Quadratmeter Gebäudenutzfläche und Jahr. Die gesetzlichen Grenzwerte sind bei Ein- und Zweifamilienhäusern gleich:
≤30A
≤50B
≤75C
≤100D
≤130E
≤160F
≤200G/H
>200
Klasse G reicht bis einschließlich 250 kWh/(m²·a), Klasse H liegt darüber.
Weil eine Wärmepumpe Umweltwärme nutzt, ist ihr eingekaufter Strom deutlich kleiner als die abgegebene Wärme. Dadurch kann der Endenergiekennwert stark sinken – selbst wenn sich die Gebäudehülle zunächst nicht verändert. Das darf nicht mit der Geräte-Effizienzklasse auf dem Wärmepumpenlabel verwechselt werden.
Vereinfachte Umrechnung bei Wechsel von Gas zur Wärmepumpe
In der folgenden Modellrechnung wird ein Gas-Jahresnutzungsgrad von 90 Prozent und eine Wärmepumpen-JAZ von 3,4 unterstellt. Warmwasser, Klimabereinigung und Nutzungsänderungen können das Ergebnis verschieben.
| Alter Gas-Kennwert | Alte Klasse | Geschätzter Wärmepumpen-Kennwert | Mögliche neue Klasse |
|---|---|---|---|
| 115 kWh/(m²·a) | D | ca. 30,4 kWh/(m²·a) | A |
| 145 kWh/(m²·a) | E | ca. 38,4 kWh/(m²·a) | A |
| 180 kWh/(m²·a) | F | ca. 47,6 kWh/(m²·a) | A |
| 225 kWh/(m²·a) | G | ca. 59,6 kWh/(m²·a) | B |
| 280 kWh/(m²·a) | H | ca. 74,1 kWh/(m²·a) | B |
Bei einer niedrigeren JAZ von 3,0 würden aus 180 kWh/(m²·a) etwa 54 kWh/(m²·a) und damit Klasse B. Aus 280 kWh/(m²·a) würden etwa 84 kWh/(m²·a) und damit Klasse C. Genau deshalb sollte die neue Klasse nicht pauschal versprochen werden.
Beispiel 1: Einfamilienhaus
| Ansatz | Vorher: Gas | Nachher: Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Gebäudenutzfläche | 180 m² (nicht identisch mit der Wohnfläche) | |
| Endenergiekennwert | 180 kWh/(m²·a), Klasse F | ca. 47,6 kWh/(m²·a), Klasse A |
| Jährlicher Energiebezug | 32.400 kWh Gas | ca. 8.576 kWh Strom |
| Energiekosten im Modell | ca. 3.865 € bei 11,93 ct/kWh | ca. 2.573 € bei 30 ct/kWh ca. 3.173 € bei 37 ct/kWh |
Beispiel 2: Zweifamilienhaus
| Ansatz | Vorher: Gas | Nachher: Wärmepumpe |
|---|---|---|
| Gebäudenutzfläche | 270 m² (nicht identisch mit der Wohnfläche) | |
| Endenergiekennwert | 220 kWh/(m²·a), Klasse G | ca. 58,2 kWh/(m²·a), Klasse B |
| Jährlicher Energiebezug | 59.400 kWh Gas | ca. 15.724 kWh Strom |
| Energiekosten im Modell | ca. 7.086 € bei 11,93 ct/kWh | ca. 4.717 € bei 30 ct/kWh ca. 5.818 € bei 37 ct/kWh |
Die gesetzlichen Klassengrenzen können Sie in der Anlage 10 zum Gebäudemodernisierungsgesetz nachlesen. Für die Einordnung einer schlechten Ausgangsklasse empfehlen wir außerdem den ENERVAL-Ratgeber zur Energieeffizienzklasse F.
8. Welche Wärmepumpe passt zu Ein- und Zweifamilienhäusern?
| Variante | Vorteile | Nachteile | Typische Eignung |
|---|---|---|---|
| Luft/Wasser-Wärmepumpe | vergleichsweise einfacher Einbau, keine Bohrung | Effizienz schwankt stärker mit Außentemperatur; Schall und Aufstellort beachten | Sehr häufig bei Ein- und Zweifamilienhäusern |
| Sole/Wasser-Wärmepumpe | im Mittel höhere JAZ, konstante Wärmequelle | Bohrung/Kollektor, Genehmigung und höhere Investition | Bei geeignetem Grundstück und langfristigem Planungshorizont |
| Wasser/Wasser-Wärmepumpe | hohe Effizienz möglich | Grundwasserqualität, Brunnen und Genehmigung entscheidend | Nur bei passenden hydrogeologischen Bedingungen |
| Hybridlösung | kann Spitzenlast in schwierigen Bestandsgebäuden abdecken | zwei Systeme, mehr Wartung und weiterhin fossile Kosten möglich | Übergangslösung, wenn monovalenter Betrieb noch nicht sinnvoll ist |
Bei einem Zweifamilienhaus sind zusätzlich Warmwasserbedarf, Zirkulation, gleichzeitige Nutzung und mögliche getrennte Abrechnung zu berücksichtigen. Eine größere Anlage ist nicht automatisch besser: Taktender Betrieb verschlechtert Effizienz und Lebensdauer.
Häufige Fragen zur Wärmepumpe
Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe pro Jahr?
Bei 20.000 kWh benötigter Wärme und einer JAZ von 3,4 verbraucht die Wärmepumpe rechnerisch etwa 5.882 kWh Strom. Je nach Gebäude, Warmwasserbedarf, Wetter, Vorlauftemperatur und Effizienz kann der Wert deutlich niedriger oder höher liegen.
Ist eine Wärmepumpe günstiger als eine Gasheizung?
Im Modell mit 20.000 kWh Nutzwärme kostet die Wärmepumpe bei JAZ 3,4 und 30 bis 37 ct/kWh etwa 1.765 bis 2.176 Euro Strom pro Jahr. Eine Gasheizung mit 90 Prozent Jahresnutzungsgrad kommt bei 11,93 ct/kWh auf rund 2.651 Euro reine Energiekosten. Grundpreise, Wartung und Investitionen sind noch nicht enthalten.
Wie hoch ist der Strompreis für Wärmepumpen 2026?
Der BDEW nennt für Haushaltsstrom 2026 bisher durchschnittlich 37,0 ct/kWh. Einen einheitlichen Wärmepumpenstrompreis gibt es nicht. Sondertarife und reduzierte Netzentgelte können die Kosten senken.
Gibt es vergünstigten Wärmepumpenstrom?
Ja. Möglich sind spezielle Lieferverträge sowie reduzierte Netzentgelte nach § 14a EnWG. Modul 1 gewährt eine Pauschale, Modul 2 reduziert den Netzentgelt-Arbeitspreis auf 40 Prozent und erfordert einen separaten Zähler. Die Ermäßigung betrifft nicht automatisch den gesamten Strompreis.
Funktioniert eine Wärmepumpe im Altbau ohne Dämmung?
Ja, wenn Heizlast, Heizflächen und Vorlauftemperatur passen. Eine komplette Fassadendämmung ist keine zwingende Voraussetzung. Als Faustregel sollte das Gebäude möglichst mit höchstens etwa 55 °C Vorlauftemperatur ausreichend warm werden.
Brauche ich für eine Wärmepumpe eine Fußbodenheizung?
Nein. Ausreichend große Heizkörper können ebenfalls mit niedrigen Vorlauftemperaturen arbeiten. Häufig müssen nur einzelne zu kleine Heizkörper ersetzt und die Anlage hydraulisch abgeglichen werden.
Was kostet eine Wärmepumpe im Einfamilienhaus?
Für eine Luft/Wasser-Wärmepumpe einschließlich Einbau ist vor Förderung häufig eine Größenordnung von etwa 25.000 bis 40.000 Euro anzusetzen. Gebäude, Leistung, Hydraulik, Elektrik und regionale Angebote können die Summe deutlich verändern.
Was kostet eine Wärmepumpe im Zweifamilienhaus?
Als grobe Orientierung können etwa 30.000 bis 50.000 Euro oder mehr anfallen. Hoher Warmwasserbedarf, größere Heizlast, Zirkulation, mehrere Heizkreise und ein aufwendiger Zählerplatz können die Kosten erhöhen.
Welche Energieeffizienzklasse erreicht ein Haus mit Wärmepumpe?
Das hängt vom realen Endenergieverbrauch ab. Im vereinfachten Modell kann ein Gasgebäude der Klasse F nach dem Wechsel bei JAZ 3,4 ungefähr Klasse A erreichen; bei JAZ 3,0 eher Klasse B. Eine pauschale Garantie ist nicht möglich.
Kann direkt nach dem Heizungstausch ein neuer Verbrauchsausweis erstellt werden?
Nur wenn geeignete Verbrauchsdaten über 36 zusammenhängende Monate vorliegen. Nach einem vollständigen Energieträgerwechsel müssen in der Regel zunächst ausreichend reale Verbrauchsdaten mit der neuen Heizung gesammelt werden.
Quellen und weiterführende Informationen
- Fraunhofer ISE: Wärmepumpen heizen auch im Altbau effizient
- BDEW-Strompreisanalyse August 2026
- BDEW-Gaspreisanalyse August 2026
- Bundesnetzagentur: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen und Netzentgeltmodule
- KfW: Heizungsförderung für Privatpersonen – Wohngebäude 458
- Verbraucherzentrale: Voraussetzungen für Wärmepumpen im Eigenheim
- Verbraucherzentrale: Kosten, Stromverbrauch und Förderung
- Verbraucherzentrale: Kosten und Planung der Wärmedämmung
- DEPI: Pelletpreis August 2026
- Umweltbundesamt: Praxisbeispiel Ölheizung zu Wärmepumpe
- Anlage 10: Energieeffizienzklassen von Wohngebäuden
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